Sie sind in Limonaden enthalten. Sie sind in abgepackten Snacks und gepökeltem Fleisch enthalten und finden sich in unzähligen Grundnahrungsmitteln.
Kaliumssorbat, Sulfite, Acetate, Zitronensäure, Nitrit, und 13 weitere massenweise eingesetzte Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel wurden von Wissenschaftler*innen der Sorbonne in Frankreich in einer groß angelegeten genauer unter die Lupe genommen.
Die Analyse umfasste ca. 105 000 Teilnehmer über 15 Jahren, davon 79 % Frauen.
Zu Beginn der Studie waren alle Teilnehmer krebsfrei. Über einen Beobachtungszeitraum von 7,5 Jahren mussten sie täglich genaue Ernährungsprotokolle führen
Anschließend identifizierten die Forscher Krebsfälle anhand von Gesundheitsfragebögen und Sterbeurkunden und verfolgten die Diagnosen bis zum 31.12.2023.
Im Studien-Zeitraum erkrankten 4226 Teilnehmer an Krebs, darunter ca. 1208 Brustkrebs-, ca. 503 an Prostatakrebs. Bei weiteren 352 wurde Darmkrebs und 2158 sonstige Krebsarten diagnostiziert.
Kernaussagen der Studie
Von den 17 einzeln untersuchten Konservierungsstoffen konnten nur sechs inden Zusammenhang mit Krebserkrankungen gebracht werden.
Die Forscher fanden auch keinen direkten Zusammenhang zwischen der Gesamtmenge der aufgenommenen Konservierungsstoffe und den beobachteten Krebserkrankungen.
Es deutet sich jedoch ein Zusammenhang der Krebserkrankungen von der Anzahl und Menge der aufgenommen Konservierungsstoffe an, soweit es sich nicht um Antioxidantien handelte.
Signifkant war der Einfluß von Sorbaten. Hier errechneten die Forscher ein um 14% erhöhtes allgemeines Krebsrisiko und ein um 26% erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Auch Sulfite wurden für ein um 12% erhöhtes Krebsrisiko verantwortlich gemacht. Zwischen Prostatakrebs und der Aufnahme von Nitriten (Pökelsalz) zeichnete sich ebenfalls ein eindeutiger Zusammenhang ab. Das Krebsrisiko lag 32% über dem Durchschnitt der männlichen Kontrollgruppe. Überraschenderweise wurde auch Acetaten (Salze der Essigsäure) ein erhöhtes relatives Krebsrisiko von +25% für Brustkrebs zugeordnet.
Die Verfasser appellieren an die Lebensmittelindustrie, den Einsatz von Konservierungsstoffen zu minimieren und plädieren dafür möglichst viele, unverarbeitete, frisch zubereitete Lebensmittel zu sich zu nehmen. Darüberhinaus sollten weitere Studien sich mit den möglichen langfristigen Auswirkungen beschäftigen und zu strengeren Grenzwerten und Kennzeichnungspflichten führen.
IHR PLUS: In den einschlägigen EU-Richtlinien ist der Einsatz von Konservierungsmitteln in Lebensmitteln umfassend geregelt. Die AGROLAB Labore untersuchen Lebensmittel auf den Gehalt von Konservierungsstoffen und beurteilen, ob diese regelkonform eingesetzt wurden.
Autor: Dr. Frank Mörsberger, AGROLAB GROUP

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