Containerschiff

Die Auswirkungen der gestiegenen Treibstoffpreise auf das Transportwesen sind offensichtlich. Gibt es darüber hinaus Folgen für die Lebensmittelbranche?

 

Die Lebensmittelproduktion ist ebenfalls von den Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen betroffen, da viele Prozesse Hitzebehandlungen beinhalten, was wiederum zu höheren Kosten führt. Die Preise für verarbeitete Lebensmittel werden daher steigen. Die Landwirtschaft als Ur-Erzeuger aller pflanzlichen und tierischen Rohprodukte ist sogar doppelt betroffen. Einerseits durch hohe Treibstoffpreise und andererseits durch den krisenbedingten mittelbaren Kostenanstieg für Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, ohne die eine intensive Feldbewirtschaftung nicht möglich ist. Auch die Verpackungsindustrie ist von hohen Kostensteigerungen betroffen, da alle Kunststoffverpackungen letztlich aus petrochemischen Produkten wie Folien und PET-Verpackungen hergestellt werden. 

Diese Risiken sind relativ leicht zu erkennen. Doch inwieweit ist auch die Lebensmittelsicherheit durch das Krisengeschehen betroffen? Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Missernten und andere Ereignisse, die weltweite Lieferketten zeitweise unterbrochen haben, stets auch das Risiko betrügerischer Manipulationen erhöhten. Lebensmittelunternehmen sind daher nicht nur von den oben erwähnten direkten Auswirkungen weltweiter Krisen betroffen, sondern müssen gleichzeitig mit Qualitätsproblemen rechnen. Selbst bei gut etablierten Lieferketten muss zu erhöhter Wachsamkeit und vermehrten Kontrollen geraten werden.

Welche typischen Risiken gibt es?

Ein Beispiel ist die Vermischung von Rohstoffen unterschiedlicher Qualität und Herkunft. Hieraus können sich Probleme durch versteckte Spezifikationsänderungen oder fehlerhafte Deklarationen, unerwartete Kontaminationen (Mykotoxine, Pestizide, Allergene, gentechnisch veränderte Organismen etc.) sowie mikrobiologische Verunreinigungen ergeben. Auch absichtliche Manipulationen, wie der Austausch teurer, durch die Krise rar gewordener Rohstoffe durch minderwertige oder sogar verbotene „Ersatzstoffe”, sind möglich.

 

IHR PLUS: Die Labore der AGROLAB GROUP kennen und erkennen typische Manipulationspraktiken und beraten Sie hinsichtlich der temporären Anpassung Ihrer Prüfpläne.

 

Autor: Dr. Frank Mörsberger, AGROLAB GROUP