DGF Conference

Die DGF-Konferenz „Neue und persistente Kontaminanten in Ölen und Fetten: Herausforderungen und Innovationen“ fand am 22. und 23. September 2026 im Rahmen der OFI International 2026 in Amsterdam statt.

 

Ein zentraler Schwerpunkt der Konferenz war die fortlaufende Entwicklung von Analysemethoden für Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH). In den Vorträgen wurden Kontaminationswege behandelt, darunter Juteverpackungen und bei der Produktion verwendete Schmierstoffe, sowie die Herausforderung, konsistente und zuverlässige Analyseergebnisse zu erzielen. Es wurden neue Ansätze auf der Grundlage einer umfassenden zweidimensionalen Gaschromatographie (GC×GC) und automatisierter Analyseverfahren vorgestellt, die die Bedeutung robuster und harmonisierter Methoden sowohl für die Industrie als auch für die amtliche Kontrolle verdeutlichten. Das Programm beleuchtete zudem das wachsende Spektrum an Kontaminanten. Die Beiträge befassten sich mit persistenten organischen Schadstoffen (POPs), Chlorparaffinen, Phthalaten, 3-MCPD-Estern und Glycidylestern sowie mit Kontaminanten, die aus Verpackungen und Verarbeitungsprozessen stammen. Besondere Aufmerksamkeit galt den analytischen Herausforderungen beim Nachweis von Kontaminanten in sehr geringen Konzentrationen und bei der Umsetzung der Analyseergebnisse in aussagekräftige Risikobewertungen.

 

Ein weiteres wichtiges Thema waren Innovationen im Bereich der Prävention und Risikominderung. In den Vorträgen wurden verbesserte Analysestrategien und alternative Ansätze zur herkömmlichen, auf Hexan basierenden Ölsaatenextraktion untersucht. Zudem wurde der Einsatz der Kurzwegdestillation zur Reduzierung von Kontaminanten in Speiseölen und Meeresölen beleuchtet. Diese Beiträge zeigten auf, wie technologische Innovationen Überwachungs- und Regulierungsmaßnahmen ergänzen können, um sicherere Produkte zu gewährleisten.

 

Die Konferenz bot zudem wertvolle Einblicke in die sich ständig wandelnde regulatorische und datentechnische Landschaft. Die Diskussionen befassten sich mit Kontaminanten, für die es keine spezifischen gesetzlichen Höchstwerte gibt, sowie mit dem Potenzial groß angelegter Datenbanken zur Lebensmittelsicherheit und KI-gestützter Datenanalyse. Diese Diskussionen unterstrichen die wachsende Bedeutung hochwertiger Daten für die Risikobewertung, regulatorische Entscheidungsfindung und ein proaktives Kontaminantenmanagement. Insgesamt zeigte die DGF-Konferenz, dass das Management von Schadstoffen in Ölen und Fetten eine zunehmend interdisziplinäre Aufgabe ist, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Analytikern, Herstellern, Forschern, Aufsichtsbehörden und der gesamten Lebensmittelindustrie erfordert. Über die Fachvorträge hinaus bot die Veranstaltung wertvolle Gelegenheiten zum wissenschaftlichen Austausch und zur Vernetzung innerhalb der internationalen Öl- und Fett-Community. Das positive Feedback im Anschluss an die Konferenz unterstrich, wie wichtig es ist, diesen Dialog aufrechtzuerhalten, da sich die analytischen Möglichkeiten und die regulatorischen Erwartungen ständig weiterentwickeln.

 

IHR PLUS: Bei AGROLAB Dr. Verwey können wir bereits Analysen nicht nur für MOSH/MOAH, PFAS und 3-MCPD/GE anbieten, sondern auch für Schadstoffe, die zunehmend in den Fokus rücken, wie beispielsweise Phthalate, PBDE und Hexan.

 

Autor: David Guth, Operativer Produktmanager Lebensmittel- und Futtermittelanalyse, AGROLAB GROUP