Seit vielen Jahren unterstützt AGROLAB den Aufbau lokaler Laborkompetenz in Tansania. 2025 wurde dieses Engagement erneut fortgeführt: Angetrieben von Maria Kreimeyer, Standortleitung der AGROLAB Agrar GmbH in Sarstedt, und unterstützt durch weitere AGROLAB Kolleg:innen wurden zwei Labore mit aufbereiteter Technik ausgestattet, lokale Teams geschult und der fachliche Austausch weiter ausgebaut.
Bereits seit einigen Jahren engagiert sich Maria Kreimeyer, Standortleitung der AGROLAB Agrar GmbH in Sarstedt, für den Aufbau von Laborkompetenz in Tansania. Für sie ist dieses Engagement längst zu einem persönlichen Herzensprojekt geworden. AGROLAB unterstützt ihre Initiative mit Überzeugung. Zahlreiche Kolleg:innen tragen sie mit ihrem Fachwissen und ihrem persönlichen Einsatz mit.
Im Jahr 2020 haben wir Maria Kreimeyer bei Projekten vor Ort unterstützt (Klicken Sie hier für den Artikel). Umso mehr freuen wir uns, dass es nun wieder aktuelle Neuigkeiten aus dem Projekt der Zusammenarbeit von „Poland-East Africa Economic Foundation” (Polish Aid) in Tansania gibt und wir das Engagement weiterhin begleiten können.
Ende 2025 reiste Maria nun erneut in die Kilimandscharo-Region. Dort installierte sie gemeinsam mit den lokalen Teams aufbereitete Laborgeräte und führte praktische Schulungen in zwei Einrichtungen durch: im Kilacha Agriculture and Livestock Training Centre, kurz KALTC, und in der Molkerei Kondiki
Neue Aufgaben statt Entsorgung
Ein wichtiger Teil des Engagements beginnt bereits lange vor der Reise. Weiterhin funktionstüchtige Geräte, die im regulären Laborbetrieb von AGROLAB nicht mehr benötigt werden, werden geprüft, vorbereitet und für ihren neuen Einsatz zusammengestellt. Die Technik wurde kontrolliert, sorgfältig verpackt und anschließend für den Transport nach Tansania bereitgestellt.
Für das Ausbildungslabor in Kilacha stellte AGROLAB unter anderem folgende gebrauchte Ausstattung zur Verfügung:
- einen Labortrockenschrank
- zwei Labormischer
- eine Laborwaage mit Trocknungsfunktion
- drei Computer
- Reagenzgläser, Halterungen und weiteres Laborzubehör
Für die Molkerei Kondiki wurden unter anderem Waagen, Laborrührtechnik, eine große Zentrifuge, eine kleinere Zentrifuge für mikrobiologische Untersuchungen und eine Arbeitsstation für mikrobiologische Arbeiten von unserem Labor, der AGROLAB Wasseranalytik GmbH in Eching am Ammersee, bereitgestellt.
Ergänzt wurde die von AGROLAB gespendete Technik durch weitere Geräte und Materialien, die unabhängig von AGROLAB über das Gesamtprojekt beschafft wurden. Dazu gehörten beispielsweise Mikroskope, eine zusätzliche Zentrifuge, eine Mikroskopkamera, Pipetten und weiteres Laborglas. So entstand an beiden Einrichtungen eine Ausstattung, die auf die jeweiligen Aufgaben abgestimmt ist.
Belastbare Analytik als Grundlage
Mit den steigenden Anforderungen wächst auch die Bedeutung verlässlicher Analysedaten. Sie bilden die Grundlage für fachliche Einordnungen, Gutachten und weiterführende Entscheidungen. Gleichzeitig entwickeln sich auch analytische Möglichkeiten kontinuierlich weiter. Neben klassischen Einzelstoffuntersuchungen gewinnen deshalb zunehmend auch ergänzende Untersuchungsansätze an Bedeutung.
Gerade bei PFAS zeigt sich, wie wichtig Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen Matrizes, Bewertungsgrundlagen und Untersuchungsstrategien ist. Denn nicht jede Fragestellung lässt sich mit einem standardisierten Ansatz sinnvoll beantworten.
PFAS werden viele Fachbereiche auch in den kommenden Jahren weiter begleiten. Für manche Organisationen ist das Thema bereits Teil des Alltags, andere beschäftigen sich gerade erst intensiver damit. Klar ist jedoch schon heute: Die regulatorischen Anforderungen werden weiter steigen.
AGROLAB unterstützt Kund:innen dabei, passende Untersuchungsstrategien für PFAS zu finden und Ergebnisse fachlich belastbar einzuordnen.
In den kommenden Beiträgen greifen wir einzelne Aspekte rund um PFAS gezielt auf. Dazu gehören regulatorische Entwicklungen, praktische Anforderungen in unterschiedlichen Bereichen sowie moderne analytische Ansätze zur Untersuchung von PFAS.
Praktische Laborerfahrung für Kilacha
Das Kilacha Agriculture and Livestock Training Centre verbindet eine landwirtschaftliche Berufsschule mit einem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb. Mehr als 300 Studierende erhalten dort eine praxisorientierte Ausbildung.
Das vorhandene Labor war vor Beginn des Projekts nur eingeschränkt nutzbar. Beschädigte Arbeitsflächen, unzureichende Wasser- und Stromanschlüsse, starke Staubbelastung und fehlende Ausstattung erschwerten praktische Laborübungen. Im Rahmen des übergeordneten Entwicklungsprojekts wurde der Raum deshalb renoviert und für die neue Laborausstattung vorbereitet. AGROLAB war an diesen baulichen Maßnahmen nicht beteiligt.
Maria installierte die von AGROLAB bereitgestellten Geräte gemeinsam mit zwei Lehrkräften des KALTC. Statt die Technik nur zu übergeben, wurden die Lehrkräfte von Anfang an aktiv einbezogen: Sie packten die Geräte aus, prüften deren Zustand, nahmen Einstellungen vor und führten erste Untersuchungen selbst durch.
Auch Studierende waren bereits während der Schulungen an praktischen Übungen beteiligt. Im Mittelpunkt standen zunächst grundlegende Boden- und Futtermitteluntersuchungen, zum Beispiel:
- Bestimmung des pH-Werts von Böden
- Beurteilung unterschiedlicher Bodenarten
- Untersuchung der Trockenmasse von Futtermitteln
- Probenahmen von Bodenproben
- mikroskopische Beurteilung von Bestandteilen und möglichen Verunreinigungen
Das neue Labor soll künftig nicht nur die praktische Ausbildung stärken. Es soll perspektivisch auch dazu beitragen, Landwirt:innen in der Region besser zu Fragen rund um Böden, Fütterung und landwirtschaftliche Produktion beraten zu können.
Kondiki baut die Qualitätskontrolle aus
Die Molkerei Kondiki verfügte bereits über grundlegende Erfahrung mit eigenen Laboruntersuchungen. Mit der wachsenden Milchmenge und der steigenden Produktion stiegen jedoch auch die Anforderungen an die Qualitätskontrolle.
Im Rahmen des Gesamtprojekts entstand deshalb ein neues Labor in einem umgebauten 20-Fuß-Container. Diese Lösung bietet ausreichend Platz für die Geräte und kann bei einem späteren Umzug der Molkerei an einen neuen Standort versetzt
werden. Auch die Einrichtung und bauliche Anpassung dieses Labors erfolgten unabhängig vom Beitrag von AGROLAB.
Drei Mitarbeitende der Molkerei wurden von Maria intensiv in die Nutzung der neuen Geräte eingewiesen. Gemeinsam wurden sieben konkrete Untersuchungsverfahren vorbereitet und praktisch trainiert. Dazu gehörten unter anderem:
- Untersuchungen der Milchzusammensetzung
- Bestimmung des Fettgehalts
- Bestimmung des Wassergehalts
- Alkoholtests zur Beurteilung der Milchqualität
- Tests auf Antibiotikarückstände
- Mikrobiologische Untersuchungen
Geübt wurde nicht an theoretischen Beispielen, sondern direkt mit Milch und Milchprodukten aus der laufenden Produktion. Die neuen Möglichkeiten helfen Kondiki dabei, wichtige Qualitätskontrollen zunehmend selbstständig durchzuführen und die Untersuchungen enger in die täglichen Arbeitsabläufe der Molkerei einzubinden.
Die Zusammenarbeit geht weiter
Insgesamt arbeitete Maria acht Tage lang abwechselnd in Kilacha und Kondiki. Die fünf direkt geschulten Lehrkräfte und Mitarbeitenden waren während dieser Zeit an allen wichtigen Schritten beteiligt:
- Auspacken und Kontrolle der Geräte
- Installation und Inbetriebnahme
- Einstellungen und Kalibrierung
- Probenvorbereitung
- Durchführung erster Untersuchungen
- Auswertung und Besprechung der Ergebnisse
- Organisation, Sauberkeit und Pflege der Ausstattung
Zwischen den gemeinsamen Terminen erhielten die Teams eigene Aufgaben, deren Ergebnisse anschließend mit Maria besprochen wurden. Am Ende der acht Tage konnten sie viele Arbeitsschritte bereits selbstständig übernehmen.
Mit der Rückreise endete die Zusammenarbeit nicht. Der fachliche Austausch wird über digitale Termine fortgesetzt. Auch weitere AGROLAB Kolleg:innen bringen sich aus Deutschland mit ihrer Expertise ein und unterstützen die Menschen vor Ort durch fachliche Beratung und Schulungen.
Damit wird aus einer Gerätespende eine langfristige Zusammenarbeit: Die Technik schafft neue Möglichkeiten und das vermittelte Wissen sorgt dafür, dass sie dauerhaft und eigenständig genutzt werden kann.
Aus einer Idee wird gemeinsame Arbeit
Maria Kreimeyer ist die treibende Kraft hinter diesem langjährigen Engagement. Aus ihrem persönlichen Herzensprojekt ist über die Jahre eine Initiative geworden, die von vielen AGROLAB Kolleg:innen unterstützt wird – bei der Auswahl und Vorbereitung der Geräte, bei organisatorischen Aufgaben und durch fachliche Schulungen.
Das Engagement passt besonders gut zu den Werten, die wir als Grundpfeiler unseres Unternehmens verstehen: vorhandene Ressourcen sinnvoll weiterzuverwenden, Wissen zu teilen und Menschen dabei zu unterstützen, eigene Kompetenzen aufzubauen. So verbinden sich persönlicher Einsatz und fachliche Stärke zu einer langfristigen Partnerschaft.
Das Projekt zeigt, wie Mitarbeitendenengagement im Unternehmen wachsen kann, wenn Idee, Werte und Know-how zusammenpassen. Genau deshalb unterstützt AGROLAB dieses Herzensprojekt mit Überzeugung.
Wir freuen uns darauf, die Projektgruppe auch in Zukunft zu unterstützen, die gemeinsame Arbeit weiterzuführen und den Aufbau von Laborkompetenz in Tansania langfristig zu begleiten.
Über das Gesamtprojekt
Die Laboraktivitäten sind Teil eines umfangreichen Entwicklungsprojekts zur Stärkung der beruflichen Ausbildung, der Milchwirtschaft und des landwirtschaftlichen Unternehmertums in der Kilimandscharo-Region.
Das Projekt mit der Kennung DWR/PPR2024/041/M2 wurde in den Jahren 2024 und 2025 von der Poland–East Africa Economic Foundation gemeinsam mit dem Kilacha Agriculture and Livestock Training Centre und der Molkerei Kondiki umgesetzt. Es wurde im Rahmen der polnischen Entwicklungszusammenarbeit durch das polnische Außenministerium kofinanziert.
Neben dem Ausbau der Laborinfrastruktur umfasste das Gesamtprojekt unter anderem:
- den Ausbau der Milchsammlung und -verarbeitung
- die Mechanisierung landwirtschaftlicher Arbeiten
- die Weiterentwicklung der Futterproduktion
- Verbesserungen bei Bewässerung und Energieversorgung
- die praktische Ausbildung von Studierenden
- Beratungsangebote für Landwirt:innen
AGROLAB war innerhalb dieses Gesamtprojekts gezielt an der Bereitstellung und Vorbereitung gebrauchter Laborgeräte, deren Installation sowie an den praktischen Schulungen und der weiteren fachlichen Begleitung beteiligt.





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