Dr. Paul Wimmer

Wenn wir heute auf 40 Jahre AGROLAB GROUP zurückblicken, landen wir im April 1986. Es ist die Geburtsstunde eines Unternehmens, das nie am Reißbrett geplant war. Zum Auftakt unserer Jubiläums-Serie werfen wir einen Blick hinter die Kulissen und sprechen mit dem Mann, der AGROLAB von der ersten Stunde an geprägt hat: Dr. Paul Wimme

 

Der Zufall als Startschuss in Oberhummel

 

Eigentlich wollte Paul Wimmer im Jahr 1986 nur seine Promotion am Institut für Pflanzenbau in Weihenstephan abschließen. Sein Thema war eine EDV-gestützte Düngeplanung, was damals in der Landwirtschaft einer kleinen Revolution gleichkam. Doch für die digitale Planung fehlten schlichtweg die Daten. Die staatlichen Labore arbeiteten in dieser Zeit sehr konservativ und langsam. Ergebnisse kamen oft erst Monate nach der Probenahme an, was für eine präzise Beratung viel zu spät war.

 

Sein Professor stellte ihm daraufhin eine pragmatische Frage: Ob er nicht „nebenbei“ ein Labor aufbauen könne, um die Daten selbst zu erheben. Paul Wimmer, der bereits Laborerfahrung hatte, sagte zu. In Oberhummel fing alles an, ausgestattet mit einer gebrauchten Laborausrüstung aus zweiter Hand.

 

„Es war überhaupt nicht geplant, hier ein großes Unternehmen zu gründen. Aber es war einer dieser wichtigen Momente im Leben: Zufall und eine Chance. Ich habe die Chance ergriffen.“ (Dr. Paul Wimmer)

IT als Fundament der ersten Stunde

 

Was AGROLAB von Anfang an von der Konkurrenz unterschied, war der konsequente Fokus auf die Informatik. Da Paul Wimmer seine wissenschaftliche Arbeit an der Schnittstelle zur EDV schrieb, war die Digitalisierung bei uns kein modernes Schlagwort, sondern von Beginn an das eigentliche Herzstück. Während andere Labore noch mühsam Formulare stempelten, setzten wir bereits auf digitale Effizienz.

 

„Damals war IT-basierte Beratung schon etwas Besonderes. Wir brauchten die Daten schnell, um die Idee der digitalen Düngeplanung überhaupt umsetzbar zu machen.“ (Dr. Paul Wimmer)

 

Dieser technologische Vorsprung erlaubte es uns, Proben schneller und präziser zu untersuchen als die etablierten Mitbewerber. Aus dem kleinen Labor für landwirtschaftliche Untersuchungen wurde schnell ein gefragter Partner. Zuerst in Bayern und bereits 1992 mit der Gründung des Standortes in Oberdorla und dem Kauf des Bodenuntersuchungs-Institut Koldingen in 1999 auch weit über die Landesgrenzen hinaus.

Warum Unabhängigkeit unsere wichtigste Währung ist

 

Fragt man Paul Wimmer heute nach dem größten Erfolg der letzten 40 Jahre, spricht er nicht über Umsatzzahlen. Er spricht über Freiheit. Die AGROLAB GROUP ist ein Familienunternehmen geblieben, das bewusst auf fremdes Kapital für sein Wachstum verzichtet. Wir finanzieren unsere Entwicklung und die hochmodernen Laborstandorte aus eigener Kraft und bleiben damit unabhängig von externen Geldgebern.

 

„Unabhängigkeit bringt uns die nötige Stabilität. Wir müssen nicht bei einem Finanzinvestor fragen, ob wir investieren dürfen. Wir entscheiden hier in Landshut, was für unsere Kunden und für unsere Mitarbeiter langfristig richtig ist.“ (Dr. Paul Wimmer)

 

In einer Branche, die heute oft von kurzfristigen Profitinteressen getrieben wird, setzt Paul Wimmer auf Kontinuität. Für ihn werden Werte wie Verlässlichkeit und Menschlichkeit nicht nach ein paar Jahren wieder verkauft. Sie bilden das Rückgrat der Firma.

Ein Blick zurück und die Verantwortung für morgen

 

In vier Jahrzehnten ist aus dem ursprünglichen Agrarlabor ein europäischer Akteur geworden. Trotz dieser Größe ist die Bescheidenheit geblieben. Paul Wimmer arbeitet heute intensiv daran, diese spezielle AGROLAB-Kultur an die nächste Führungsgeneration weiterzugeben. Sein Fazit für das Jubiläum ist so direkt wie sein Führungsstil:

 

„Wir kommunizieren mit unseren Kunden auf Augenhöhe und wir stehen offen zu unseren Fehlern. Das ist für mich der Kern von echter Nachhaltigkeit.“ (Dr. Paul Wimmer)