Nach jüngsten Listerienfunden in Produktproben aus Süddeutschland ist der Fleischwarenhersteller Sieber aus Geretsried ins Visier der Lebensmittelüberwachung geraten. Das bayerische Verbraucherschutzministerium ordnete einen Produktionsstopp an und veranlasste den Rückruf von mehreren Tonnen an Schinken- und Wurstprodukten.

 

Listerien sind pathogene Bakterien. Insbesondere Listeria monocytogenes ist ein Krankheitserreger der bei immungeschwächten Menschen schwerwiegende Infektionen - auch mit tödlichem Verlauf – verursachen kann. Listerien können sich auch bei niedrigen Temperaturen, also z.B. im Kühlschrank, vermehren. Erhitzen tötet die Bakterien sicher ab. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion durch Listerien meist symptomlos.


Nachlässige Hygiene bei der Verarbeitung und dem Genuss von rohem Fleisch, Rohwurst, rohem Fisch auch gebeiztem Lachs und Rohmilchkäsen wird häufig als Ursache für einen Listeriose-Ausbruch erkannt.

 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sah nach den Listerienfunden einen möglichen Zusammenhang mit einem Listeriose-Ausbruch in Süddeutschland, bei dem seit 2012 mindestens acht Menschen starben. Bei vieren davon wurde derselbe Bakterienstamm nachgewiesen wie im jetzt beanstandeten „Walcholderwammerl“. Die Staatsanwaltschaft München leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Es bestehe der Verdacht, dass das Unternehmen gegen die Vorschriften des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs verstoßen hat. Sieber klagt seinerseits nun gegen den Freistaat, weil er die Betriebsschließung als eine unangemessene harte und eher politisch motivierte Aktion der Behörde betrachtet.

 

Ungeachtet wie auch dieser Fall am Ende ausgeht, bleibt festzustellen, dass die regelmäßige und unabhängige Kontrolle der mikrobiologischen Qualität und der Betriebshygiene die beste Versicherung gegen derartige „böse“ Überraschungen ist. Es gibt keine 100%ige Sicherheit, aber allein der Nachweis, dass ein HACCP-Konzept konsequent umgesetzt wird und der Unternehmer seiner Verantwortung überprüfbar nachgekommen ist, kann auch in einem solchen Fall die Behörden überzeugen und gegebenen Falls eine Betriebsschließung verhindern.

 

Die AGROLABGROUP Labore in Kiel (LUFA-ITL GmbH) und Eching am Ammersee (Dr.Blasy-Dr.Busse) sind anerkannte und akkreditierte Prüflabore für Lebensmittelmikrobiologie und Betriebshygiene. Wir führen unabhängige fachgerechte Probenahmen durch und setzen im Labor modernste Verfahren ein, mit denen das Risiko von Infektionen mit pathogenen Keimen (Salmonellen, Listerien, etc.) schon innerhalb eines Arbeitstages sicher ausgeschlossen werden können - und das zu sehr günstigen Konditionen. Übrigens: Ein Tag Produktionsstillstand bei der Firma Sieber wurde auf einen Verlust mindestens 100.000 € geschätzt, vom Imageverlust ganz zu schweigen.

 

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