In den ersten Monaten 2019 wurden über das Early Warning System von GMP+ International diverse Fälle von verunreinigten Futtermittelpartien mit Beifuß-Ambrosien erfasst. Bei den verunreinigten Futtermittelpartien, die zum Großteil aus Frankreich stammten, handelt es sich um Gerste, Sojabohnen, Sorghumhirse und Sonnenblumenkerne (Ernte 2018). Es wird erwartet, dass weitere verunreinigte Partien entdeckt werden.

 

Die EU-Richtlinie 2002/32/EG über unerwünschte Stoffe in der Tierernährung gibt zulässige Höchstgehalte für botanische Verunreinigung vor, auch für Samen von Ambrosia spp.:

  • Futtermittelausgangserzeugnisse: 50 mg/kg
    Ausgenommen: Hirse (Körner von Panicum miliaceum L.) und Sorghum (Körner von Sorghum bicolor (L) Moench s.l.), die nicht zur direkten Verfütterung an Tiere bestimmt sind: 200 mg/kg 
  • Mischfuttermittel, die ungemahlene Körner und Samen enthalten: 50 mg/kg

 

GMP+ International hat diese Höchstgehalte in die Liste der „Spezifischen Grenzwerte für unbedenkliche Futtermittel“ übernommen und empfiehlt Unternehmen, die Einzelfuttermittel (speziell Gerste, Sojabohnen, Sorghumhirse und Sonnenblumenkerne) aus Frankreich beziehen, achtsam zu sein und Analysen durchführen zu lassen.

 

Gerne veranlassen wir mit unserem Futtermittellabor AGROLAB LUFA GmbH für Sie die notwendigen Analysen zur Überprüfung der Qualität Ihrer bezogenen Waren.

 

Zusatzinfo

Die Pollen der aus Nordamerika eingeschleppten Pflanze sind stark allergieauslösend und stellen ein hohes Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Zudem darf das Vorkommen von Beifuß-Ambrosien als Unkraut in der Landwirtschaft nicht verharmlost werden. Verunreinigtes Wildvogelfutter beispielsweise, welches nicht bearbeitet wurde, trägt wesentlich zur Verbreitung von Beifuß-Ambrosien in bis dato nicht befallene Gebiete bei.  

 

Pro Saison kann eine einzige Pflanze bis zu eine Milliarde Pollen produzieren. Diese Pollen können dabei tagelang in der Luft verweilen, was eine rasche Verbreitung ermöglicht. Die Überlebensfähigkeit der Pollen (bzw. Samen) von bis zu 40 Jahren erhöht das Risiko der Ausbreitung zusätzlich.

 

Autor: Dr. Martin Hanauer

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